Videospiel-Tagebuch #20: Final Fantasy XV Kritik – Part 2

Story:

Im zweiten Teil meiner Kritik zu Final Fantasy XV möchte ich über die Story reden. Es werden natürlich Spoiler auftreten, wobei ich die Geschichte nicht im Detail erläutere. In diesem Punkt habe ich auch die meiste Kritik an dem Spiel, weshalb ich es in 2 Artikel aufteilen werde. Als erstes möchte ich auf die Geschichte an sich eingehen.

Tabata hat in einigen Interviews während der Entwicklung gesagt, er möchte dem Spieler das Gefühl vermitteln, man wäre auf einem Roadtrip mit seinen besten Freunden. Während der Trailer hatte ich dieses Gefühl auch immer. Man hat gesehen, dass es um die Freundschaft der Gruppe und der persönlichen Entfaltung auf einer Art Pilgerreise gehen soll. am Anfang des Spieles konnte dies auch sehr gut vermittelt werden. Man machte sich auf den Weg mit seinem Auto, lernte die Charaktere ein wenig kennen und hat die Geschichte ins Rollen gebracht. Dabei ging es zunächst für ein Final Fantasy typisch sehr langsam voran. Man konnte das Kampfsystem, die Welt und die Charaktere erforschen und kennenlernen. Die Camps haben die nötige Athmosphere noch verstärkt. So weit so gut. In den ersten 9 Kapiteln des Spieles herrscht ein Aufbau der Geschichgte mit dramaturgischen Elementen, wie man es gewohnt ist. Konflikte zwischen Charakteren werden aufgebaut, Emotionen werden deutlich gemacht und der Zweck und Bedeutung der Reise wird gut herausgearbeitet.

Nach dem Kampf mit der Hydra (welche leider einige dramaturgische Kameraprobleme hatte) wurde das Spiel komplett linear. Das an sich ist noch lange kein Problem. Bei Final Fantasy XIII hat es mich nicht gestört und bei Final Fantasy X fand ich es ebenfalls sehr passend. Hier ist es auch durchaus sinnvoll, da man ja gesucht wird, verletzte im Team hatte und die Reise schnell beenden wollte. Die Umstände passten sehr gut und waren auch nicht das Problem. Das Problem ist die Zugfahrt selber, in der nach einem Streit gar nicht mehr geredet wird, die Charakterentwicklung komplett aussetzte und die Story irrelevant wurde.

Das Imperium erscheint kurz noch einmal und verschwindet dann komplett. Im dreizehnten Kapitel erfolgt dann der große Cliffhanger. Das Imperium gibt es gar nicht mehr und wurde komplett von einem Virus dahin gerafft. Ein paar Details hier und da in Dokumenten verteilt und das war es. In der Geschichte gab es keinerlei Aufbau, der zu diesem Punkt hingedeutet hätte und letztlich macht es auch im weiteren Spielverlauf keinen Unterschied mehr. Leider wirkt es ab Kapitel 12 sehr stark so, als wenn den Schreibern die Lust oder die Ideen ausgingen. Das Geheimnis um Prompto wurde in ein paar Sekunden enthüllt und war danach auch nicht mehr wichtig. Keine der Enthüllungen war relevant oder hat auch nur im geringsten Emotionen ausgelöst. Der Aufbau des Imperiums als Oberbösewicht erfolgte in den ersten 9 Kapiteln sehr gut und wurde dann nach einem kurzen Aussetzer komplett abgewürgt und ad absurdum geführt. Als Spieler habe ich mich sehr verarscht gefühlt und verstehe immer noch nicht, wie man es so belanglos herüberbringen kann. Es wirkte wie ein kleiner Nebensatz in dem gesagt wird:”Hey, übrigens das Imperium ist tot und das Problem ein anderes.”

Ebenfalls die Charaktere wurden immer nutzloser und teilweisegar nicht mehr relevant. Bei der Besprechung des Imperiums nach der Invasion sieht man einmal die Obrigkeit und fragt sich, wann die ganzen Leute wohl noch mal als Gegner vorkommen werden oder für die Story relevant sein könnten. Die Antwort ist leider: NIE! Bis auf Ravus und Highwind kamen die einfach nicht mehr vor. Wieso auch, wenn man bedenkt, dass sie eh keine Rolle spielen. Leider geht dabei einiges verloren und die Geschichte wird enorm platt und langweilig. Mich hat es am Ende nicht mehr interessiert, was aus der Welt oder den Charakteren wird.

Ein weiter Kritikpunkt ist die Beziehung zwischen den Charakteren. Sogar am Ende des Spieles weiß ich nichts über die Gefährten oder andere wichtige Charaktere. Die Beziehung zwischen Noctis und seinem Vater wurde kurz am Anfang gezeigt und dann fast gänzlich fallen gelassen. Ähnlich schwach wurden Gladio, Ignis und Prompto entwickelt. Alle 3 sind von Anfang an gefestigte Charaktere, die sich kein bisschen verändern. Gerade einmal die Beziehung zwischen Noctis und Lunafreya wurde ziemlich gut ausgearbeitet. Ihr tot war sehr tragisch und gerade durch die ganzen Erinnerungssequenzen nochmal emotionaler. Trotzdem war der tot ein wenig zu plötzlich und erinnerte zu stark an Aeris aus Final Fantasy VII.

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