Videospiel-Tagebuch #21: Final Fantasy XV Kritik – Part 3

World-Building und Fazit:

Als letztes möchte ich über die Spielwelt selber reden. Hier wurden meiner Meinung nach viele Möglichkeiten verpasst, weil man sich zu sehr an andere Open-World Spiele orientiert hat und sich zu krampfhaft von klassischen Final Fantasy Merkmalen entfernen wollte. Ich bin mir dessen bewusst, dass Final Fantasy XV seine Welt durch unterschiedliche Medien hinweg aufbauen möchte. Trotzdem bin ich der Meinung, dass es notwendig ist, ein Mindestmaß an Informationen über die Spielwelt innerhalb des Spieles zu liefern. Hier schafft es das Spiel leider nicht dieses Maß zu erfüllen.

Hier sei angemerkt, dass ich bisher weder den Anime noch den Film gesehen habe, da das meiner Meinung nach nicht notwendig sein dürfte um die Welt zu verstehen. Ein Spiel sollte in erster Linie alleine stehen können und dem Spieler eine authentische und lebhafte Welt präsentieren. Danach können weitere Iterationen für eine Vertiefung sorgen, sollten aber nicht notwendig sein um grundlegende Informationen zu bekommen.

Das grundlegende Problem, das ich mit der Welt habe, ist die Leere. Zwar gibt es unterschiedlich thematisierte Gebiete, wo sich auch Gegenstände, unterschiedliche Gegner und wunderschöne Landschaften finden lassen aber diese bleiben trotzdem komplett leer. Innerhalb des Spiels gab es da kaum Informationen zu den Gründen. Die ganzen Farmen waren verwahrlost, es gab Krater und zerstörte Maschinen. Doch wie passte das alles in die Welt? Es gab für mich leider keine Erklärung dafür.

Ein weiteres Problem waren die fehlenden Interaktionen mit der Welt. Es gab eine Hand voll Zeitschriften die man lesen konnte und ein wenig die Mythologie erklärten. An einigen Punkten auf der Karte haben die Begleiter ihre Meinung gesagt oder ihre Begeisterung über die Aussicht geäußert aber darüber hinaus gab es nichts. Anstatt Interaktionen mit NPC’s konnte man einige Menschen grüßen. Meiner Meinung nach ein riesiger Schritt zurück im Vergleich zu Final Fantasy’s der PSX-Ära, wo man mit vielen Charakteren in einer Stadt noch interagieren konnte. Sie erzählten etwas über das Leben, die Geschichte oder haben Humor in das Spiel gebracht. Hier kann man Menschen auf Knopfdruck Hallo sagen… Gerade einmal die Missionsgeber haben etwas über sich preisgegeben. Hier gab es dann ein paar Charakterisierungen und ab und an mal einen Informationshappen über die Welt. Alles in allem aber nicht ausreichend um mir die Welt näher zu bringen.

Einen letzten Vergleich möchte ich hier mit Final Fantasy X bringen. Dieser Teil ist nicht unbedingt der Beliebteste der Serie, bleibt jedoch einer meiner Favouriten und macht gerade im Aufbau der Storyworld einiges besser als Final Fantasy XV. Da auch hier eine Reise als Hauptelement des Spiels fungiert, passt ein Vergleich meiner Meinung nach sehr gut. In der Welt von Spira gab es unzählige Elemente, die der Spieler über die Dauer des Spieles lernen musste. Der Hauptcharakter wurde einfach in die Welt geworfen und musste dort, ähnlich wie der Spieler auch, alle Eigenarten und Bräuche erst einmal lernen. Daher hatten die Entwickler hier eine perfekte Möglichkeit geschaffen, die Welt immer und immer wieder erklären zu müssen und so dem Spieler näher zu bringen. Es mussten Dinge wie Beschwörungen, Trials, Blitzball, Rassen, Kriege etc. erklärt werden. Eine gesamte Epoche wurde dabei erläutert und als Thema aufgegriffen. Natürlich hat man in Final Fantasy XV diesen unbefleckten Avatar nicht und kann diese Methode hier auch nicht wählen. Trotzdem hätte es mehr Möglichkeiten gegeben hier anzusetzen. Spiele wie Skyrim und Fallout, Witcher und sogar vorherige Teile der Serie haben es ja auch geschafft.


Als Allgemeines Fazit würde ich das Spiel mit gemischten Gefühlen bewerten. Im Großen und Ganzen hat es mir viel Spaß gemacht. Die Musik, das Kampfsystem und das Spielgefühl waren zu großen Teilen sehr schön und immersiv. Leider haben es einige Probleme oft sehr eintönig und frustrierend gemacht, wodurch der Spielspaß ein wenig gelitten hat. Der größte Kritikpunkt stellt hier für mich die Geschichte und die Spielwelt dar und sorgt dafür, das mich das Spiel enttäuscht hat. Bisher gehörten die Spiele dieser Serie für mich mit zu den besten Stories aller Zeiten (Geschmackssache) und genau hier macht Final Fantasy XV leider am meisten falsch. Wäre es eine neue IP und kein Final Fantasy wäre es in Ordnung und ich könnte darüber hinwegsehen. So muss ich es leider mit den Vorgängern vergleichen, wobei es hier ganz deutlich den kürzeren zieht und, meiner Meinung nach, mit zu den langweiligsten und schlechtesten Geschichten aller Final Fantasy Spiele gehört.

Nichts desto trotz finde ich, ist das Spiel nicht schlecht und es sollte vor allem für den Mut gelobt werden neue Dinge auszuprobieren. Gerade das Kampfsystem kann mit einem ordentlichen Feintuning nochmal sehr verbessert werden und dann ruhig öfter (mit Variationen) in Spielen Verwendung finden. Auch bei der Spielwelt ist hier schon ein Schritt in die richtige Richtung gewagt worden. Es sah unglaublich schön aus und hatte eine angenehme Atmosphäre ausgestrahlt. Es machte durchaus Spaß durch die Natur zu gehen und dort imposanten Monstern zu begegnen. Wäre die Welt ein wenig sinnvoller gefüllt worden hätte man hier aber deutlich mehr raus holen können. Ich habe das Gefühl Square Enix hat noch einige Probleme mit “Next-Gen-Open-World-Games” und muss hier noch einiges lernen, darf sich aber bei dem Weg nicht beirren lassen und muss ihn weiter gehen und daran wachsen.

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