Videogame-Tagebuch #22 – Assassin’s Creed: Rogue

Täglich grüßt das Murmeltier! Oder jährlich, wie im Falle von Assassin’s Creed. Wie fast jedes Jahr packte mich auch jetzt wieder das Fieber nach digitalem Freeclimbing. Obwohl sich die Formel seit dem ersten Teil nur marginal verändert hat, zieht es mich doch immer wieder zurück in die Welt der Assassinen und Templer. Zum Glück hatte ich in diesem Fall einmal vorgesorgt und mir vor rund einem Jahr Rogue gekauft. Zum spielen bin ich jedoch nie gekommen, da meine 360 leider der Xbox One weichen musste. Der Abwärtskompatibilität sei dank konnte ich nun in diesen Ableger der Reihe reinschauen und sehen ob sich endlich mal etwas geändert hat.

Wie jeder Teil der Serie geht es auch in Rogue hauptsächlich darum eine riesige offene Spielwelt zu erforschen, Missionen der eigenen Bruderschaft zu bestehen und immer noch viel zu viele Collectibles einzusammeln. In diesem Ableger begeben wir uns erneut nach Amerika zu der Zeit der Kolonisation. Besonders mit der Geschichte kann Ubisoft hier punkten, da einige Handlungsstränge der vorherigen Teile zusammenkommen und “Aha”-Momente geschaffen werden. Die Handlung spielt dabei quasi zwischen Assassin’s Creed Black Flag und Assassin’s Creed 3 und nimmt sogar Bezug zu Assassin’s Creed Unity. Man sieht den Zerfall der Assassinenbruderschaft durch Achilles zu, welche im dritten Teil durch Connor wieder aufgebaut werden musste. Währenddessen verhilft man gleichzeitig Haytham Kenway in den Kolonien zu Stärke. Hier ist besonders der Aspekt des Verrats interessant. Wo bisher immer eine klare Schwarz-Weiß Linie bestand hat man hier einmal aufgezeigt, das die Assassinen nicht immer die Guten sind. Leider wird dadurch aber auch ein wenig Einheitsbrei geboten, da sich die Missionen bei den Assassinen und den Templern in keinster Weise ändern.

Doch auch in der Gegenwart gibt es einige Verbindungen zwischen allen AC-Titeln. Hier werden die Geschehnisse der vergangenen Teile aus der Sicht der Templer gezeigt und weiter auf die erste Zivilisation eingegangen. Leider muss ich hier kritisieren, das durch die gestreute Gegenwartsgeschichte keine wirkliche Bindung aufgebaut wird. Der Charakter, den man spielt ist im Prinzip ähnlich wie in Black Flag auch Gesichtslos und irrelevant. Seit dem Tod von Desmond im dritten Teil fehlen hier einfach bekannte Gesichter.

Anders als bei der Geschichte kann das Gameplay nur wenig Neuerungen bieten und geht damit leider gegenüber anderen Vertretern des Genres eher unter. Hier haben wir immer noch das altbekannte System des Freeclimbings, welches genauso wie alle Teile zuvor mit massiven Problemen und Bugs zu kämpfen hat. Immer noch bleibt man überall hängen und fällt oder springt, wo es nicht gewünscht ist. Trotzdem dieses Spiel recht zeitnah zu Unity erschien, entschied man sich scheinbar, die Steuerung von Black Flag zu übernehmen, welche meiner Meinung nach die bisher schlechteste war. Vor allem auf dem Schiff, aber auch auf den Inseln kommt es hier immer wieder zu nervigen Problemen, die dem Spielfluss immens schaden. Generell wirkt das Spiel wie eine Erweiterung von Black Flag, da eigentlich alles übernommen wurde. Die Assets sind größtenteils eine Mischung aus Black Flag und AC3 und bietet damit keine wirklichen Neuerungen in der Welt. Nett ist der eisige Nordatlantische Ozean, in dem man nicht zu lange schwimmen darf, da man sonst erfriert. Auch die Eisberge, die zerstörbar waren oder das durchbrechen durch Eisschichten war eine nette Erweiterung des maritimen Gameplays. Weiterhin fand ich die Verbundenheit der meisten Orte hier mal sehr interessant. Dadurch wirkten die Inseln nicht mehr so isoliert. Hier konnte man teilweise oft auch ohne Schiff eine verwinkelte Welt erkunden.

Trotzdem reichte das nicht aus um mich lange auf dem Meer zu halten. Ab und an habe ich ein paar Standorte erkundet und Collectibles eingesammelt, bin jedoch sonst hauptsächlich der Story gefolgt. Hier sind wie immer die sammelbaren Gegenstände ein absolutes Problem des Spieles. Es bringt nichts das Spiel mit viel zu vielen Karten, Fragmenten, Tauben, Musiknoten etc. zu füllen. Meist schaltet man durch das Vervollständigen der Sammlungen starke Rüstungen oder Waffen frei, die man am Ende des Spieles einfach nicht mehr benötigt. Die typische Ubisoft Formel zeigt hier mal wieder wie veraltet das Konzept ist. Open World muss inzwischen anders gefüllt werden, da sie sonst keinen Mehrwert bietet.

Mein Fazit für Assassin’s Creed: Rogue fällt ein wenig durchwachsen aus. Ubisoft hat Rogue zum selben Zeitpunkt wie Unity herausgebracht, weshalb Rogue ein wenig untergegangen ist. Viele, die bereits auf die Next-Gen umgestiegen sind haben diesen Teil der Serie ignoriert, was er meiner Meinung nach nur bedingt verdient hat. Das Gameplay leidet sehr unter den Fehlern der Vorgänger, die leider immer noch bestehen. Die gleichbleibenden Missionen, die Bugs und Fehler in der Steuerung und die KI Probleme machen das Spiel leider sehr monoton, frustrierend und viel zu einfach. Hier können auch die wenigen Neuerungen nicht drüber hinweg helfen.

Die Story hingegen ist ein Lichtblick in dem Spiel. Zwar wird sie doch eher plump erzählt und hat einige Logiklöcher, verbindet aber trotzdem die bisherigen Spiele hervorragend. Hier bekommt man besonders als Fan der Serie einiges geboten. Wen die Geschichte der Reihe interessiert kann sich diese auch gebündelt als Cutszenes auf Youtube anschauen und spart sich das repetitive Gameplay komplett. Dann bekommt man sogar einen netten “Film” geboten. Wer klassisches AC Gameplay haben möchte und wem “Black Flag” gefallen hat, kann hier aber sorglos zugreifen.

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