Anime-Tagebuch #12: Final Fantasy XV: Brotherhood

12. März – Final Fantasy XV: Brotherhood:

Fast ein ganzes Jahr ist es inzwischen her, dass die erste Folge der Anime-Serie Final Fantasy XV: Brotherhood released wurde. Damals habe ich einen Artikel zu dem Event “Uncovered: Final Fantasy” verfasst, auf dem es vorgestellt wurde. Zu dem Zeitpunkt habe ich mich sehr auf die Serie gefreut und hatte große Hoffnung auf eine wunderschöne Storyworld, welche in unterschiedlichen Medien erzählt wird. Die Serie besteht aus 5 Folgen, die alle etwa 12 Minuten lang sind und wurde auf Youtube veröffentlicht. Inzwischen ist das Spiel Final Fantasy XV erschienen und wurde ein Verkaufserfolg. Die Anime-Serie hingegen erschien deutlich vor dem Spiel und sollte die Fans dabei auf das Spielergebnis vorbereiten, sowie einen kurzen Einblick in die Charaktere geben.

Die Episoden erzählen unterschiedliche Geschichten, welche aus der Kindheit und Jugend der Hauptcharaktere stammen. Neben einigen Szenen, welche in der Zeit des Spieles vorkommen, finden wir uns hauptsächlich in der Vergangenheit der Protagonisten wieder. Hier wird vor allem gezeigt, wie die einzelnen Charaktere Noctis kennenlernen und wie ihre Beziehung zueinander sich entwickelt hat. Hier zeigt sich meiner Meinung nach eine der großen Stärken der Serie. Im Gegensatz zum Spiel sieht man hier ganz klar Veränderungen in der Denkweise der Charaktere. Prompto macht eine komplette Änderung seines Charakters durch, Gladio sieht Noctis am Ende mit anderen Augen und auch Ignis muss in seiner Folge erst zu ihm durchdringen. Jeder der Charaktere hat seine eigenen Beweggründe Noctis als Freund zu folgen und ihm als seine Gefolgschaft zu dienen. Während mir im Spiel gerade diese Charakterisierung gefehlt hat, sind solche Momente in den Episoden in großer Menge vorhanden. Auch wenn die Episodenlänge ziemlich gering ist, lassen sich viele Details zu den Charakteren und der Welt finden. Nicht nur Gladio, Prompto und Ignis werden hier deutlich besser charakterisiert, sondern auch Noctis erhält hier einen deutlich tieferen Charakter. Die Beziehung zu seinem Vater, zu Lunafreya und seinen Freunden wird hier besser deutlich als im Spiel.

Ein Kritikpunkt, der mich leider ein wenig gestört hat, ist der Grafikstil. Grundsätzlich passte dieser zwar recht gut vor allem zu den schnellen und sehr gut inszenierten Kämpfen, aber vor allem die Gesichter sehen oft relativ minimalistisch und detailarm aus. Grundsätzlich ist der Animationsstil aber durchaus solide und hat mich keinesfalls verschreckt. Ein Pluspunkt hingegen bietet für mich das Feeling der “Spielszenen”. Am Anfang und Ende der Episoden werden immer Szenen gezeigt, die im Spiel vorkamen und vermitteln das Spielgefühl einer Reise sehr gut. Viele Elemente wurden hier verwendet und sehr gut rübergebracht. Die Kämpfe, das Auto fahren und das Campen. Auch der “Bossfight” am Ende sah sehr gut aus und hat auch hier das Teamwork der Charaktere wie es im Spiel zu finden ist sehr schön in Szene gesetzt.

Abschließend muss ich zugeben, dass ich sehr positiv überrascht gewesen bin. Ich hatte nach der leider recht enttäuschenden Geschichte des Hauptspiels nicht erwartet, dass der Anime es schafft mir die Charaktere näher zu bringen. Letztendlich habe ich aber alle Episoden in einem Rutsch angeschaut und konnte nach einer Episode nicht mehr abschalten. Die Motive und Handlungen aller Charaktere waren nachvollziehbar und konnten mich als Zuschauer stets fesseln. Die Länge der Episoden ist hierbei jedoch ein Fluch und Segen zugleich. Die sehr kurzen Episoden lassen es zu, kleine, in sich geschlossene Geschichten zu erzählen. Hier ist es besser möglich den Fokus auf bestimmte Aspekte zu legen und so eine dichtere Athmosphere zu schaffen. Auf der anderen Seite reichen mir persönlich die kurzen Episoden nicht aus. Da die Geschichten sehr gut gestaltet waren, entsteht der Wunsch mehr zu erfahren. Hier würde ich mir entweder mehr Folgen oder eben längere Episoden wünschen. Square Enix schafft es hier aber trotzdem eine schöne Erweiterung der Geschichte zu schaffen, welche zwar nicht über die Schwächen des Hauptspiels hinweg täuschen kann, aber immerhin zeigt, welches Potential in der Spielwelt und den Charakteren schlummert.

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